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Linux auf IBM RS/6000 43P-140 October 22, 2006

Posted by Tobias Scherbaum in : IBM, Spielzeug , trackback

Das Bedürfnis auch auf einer IBM RS/6000 (hier 43P-140, also eine PReP Maschine) war gegeben, die Umsetzung der Idee aber schon ein wenig schwieriger - aber von vorne ;)

Grundsätzlich ist bei diesen Maschinen die Unterscheidung zwischen PReP und CHRP (siehe Wikipedia) anzustellen, die 43P-140 ist eine Maschine mit (älterer) PReP Plattform - was den Linuxbetrieb und die Installation etwas schwieriger macht. Danny van Dyk berichtete von der Installation seiner RS/6000 (aber einer CHRP Maschine) wenig exotisches - die aktuelle Gentoo LiveCD bootet und die Installation des Systems sowie Nutzung des yaboot Bootloaders funktionieren nahezu problemlos.

tobias@ralph ~ $ cat /proc/cpuinfo
processor : 0
cpu : 604r
clock : 232MHz
revision : 49.2 (pvr 0009 3102)
bogomips : 232.44
machine : PReP IBM 43P-140 (Tiger1)
upgrade cpu : not present
scsi fuse : ok
simms : 0:128MiB 1:128MiB
l2 cache : sync burst, parity, 1MiB

Zur Linux Installation auf einer PReP RS/6000 gibt es grundsätzlich 3 Möglichkeiten: Boot von Floppy (wo gibts funktionierende?), Boot von CD (wo gibts eine funktionierende?) oder Netboot (wo gibts nen Kernel mit initrd?). Die Suche nach Netboot und Floppy Images verlief eher erfolglos, ich hatte zwischenzeitlich einen Satz Disketten heraus gekramt und verschiedene im Netz kursierende Kernel funktioniert, aber das passende Userland wollte sich partout nicht finden oder booten lassen. Das Netbooting schied aus gleichen Kriterien aus. Bleibt also die Suche nach einer auf PReP Maschinen bootbaren CD. Auch diese gestaltet sich eher schwierig, in den Gentoo Foren fand sich eine mehr als 2 Jahre alte CD - diese konnte aber auch nach mehreren Versuchen nicht dazu bewogen werden eine Initrd zu laden. Weitere Recherchen ergaben dann, dass der PPC Port von OpenSUSE die RS/6000 unterstützen soll, die 10.1 CD wollte jedoch nicht booten - ein kurzer Blick auf die OpenSUSE Webseite verrät dann auch warum, die 10.0 CD bootete dann völlig problemlos. Es empfiehlt sich ein “rescue” an die Bootbefehlszeile anzuhängen, Yast über eine 9600 Baud serielle Konsole ist zwar an für sich ein Erlebnis, aber selbst die Installation von OpenSUSE ist damit nicht möglich :P

Die Unterschiede zwischen den 10.0 und 10.1 OpenSUSE CDs förderten dann auch das nächste Problem ans Tageslicht. Dank dem ppc/ppc64 Merge im Linux Kernel >=2.6.15 ist der Kernel 2.6.14.x der derzeit letzte auf PReP Maschinen nutzbare (2.6.18 habe ich mir noch nicht angeschaut, aber …). Die weitere Installation lässt sich “wie gehabt” und analog zu anderen Plattformen durchführen - bei der Partitionierung muss jedoch als erste Partition eine (kleine) PPC PReP Boot Partition (Typ 41) angelegt werden.

Aus der PReP Boot Partition wird der Kernel gestartet, folglich muss der Kernel erstmal dort hinein - dd erledigt das. Damit wäre die Installation nahezu abgeschlossen - bis auf die “Standard” Kernelparameter wie das Rootfilesystem. Da es keinen Bootloader gibt der diese Parameter übergeben kann bleiben zwei Möglichkeiten: Defaultparameter in der Kernelkonfiguration angeben (theoretisch schön, funktioniert aber praktisch leider nicht) oder die Nutzung des “preptool” mit dem Kernelparameter fest ins Bootimage geschrieben werden können - funktioniert mit einem 2.6.x Kernel leider auch nicht …
Die gesamte Installation gestaltet sich “ein wenig” kompliziert, danach läuft die Maschine aber durchaus stabil. Wer selbst mit seiner 43P-140 spielen möchte, hier findet sich die für mich funktionierende die Kernelkonfiguration (2.6.14.7). Viel Spaß beim Nachbauen ;)

Comments»

1. Gustav Born - 25. May 2007

habe ihre Beschreibung gelesen und vieles gefunden was mir helfen wird meine IBM eventuell doch unter Linux zum laufen zu bringen. Ich habe leider nur ein Problem und noch keine Lösung dafür. In meiner IBM RS/600 TYPE 7043-140 befindet sich eine GXT800P Grafikkarte und ich habe bis jetzt noch keinen passenden Treiber für Linux dafür gefunden. Haben Sie eventuell eine Information die mir weiter helfen kann? Zur Zeit läuft AIX 4.3 und bin eigentlich zufrieden damit, frage mich nur in wie weit Programme die für Linux geschrieben sind auch auf AIX laufen, wie z.B. OpenOffice.
Für Tips wäre ich sehr dankbar da meiner Erfahungen mit Unix und Linux noch sehr gering sind. Also schon mal im Vorraus vielen Dank.

Gruß
Gustav Born

2. Tobias Scherbaum - 25. May 2007

Zur Grafikkarte kann ich ad hoc wenig sagen, ich hab die RS/6000 bisher ausschliesslich seriell genutzt. Zu AIX kann ich ebenfalls wenig sagen, da ich mich damit bisher relativ wenig beschäftigt habe.

Für die nahe Zukunft habe ich jedoch vor, mich wieder mehr mit der Maschine zu beschäftigen - vor allem um eine Gentoo BootCD zu erstellen ;)

3. Gustav Born - 3. September 2007

Erst mal vielen Dank für ihre Antwort.
ich versuche immer noch freie Programme und deutsche Literatur für AIX zu bekommen. Habe auch schon überlegt meine IBM als Dateiserver in mein Windows Netz einzubauen das dürfte wohl die wenigsten Probleme machen und ich kann meine Maschine auch einsetzen. Wenn sie mal ihre Gentoo BootCD fertig haben, hätte ich großes interesse daran, denn dann bräuchte ich wirklich nur noch einen Treiber für Grafikkarte. Oder ich baue eine andere ein für die es auch treiber für Linux gibt. Gebe ihnen mal meine eMail damit sie mich benachrichtigen können, wenn sie die CD fertig haben sollten.

Wünsche ihnen noch viel Spass mit ihrer IBM

gruß

Gustav Born

4. benjamin - 10. October 2007

aus dem ersten beitrag konnte ich viel entnehmen, letztendlich hab ich mich aber doch entschieden aix 4.5 drauf zu packen leider ärger ich mich über die ständigen denkpausen, denn sobald ich ein anwendung starte ob über console oder über kde (jaaa, es läuft endlich)
hat jemand ne idee voran das liegen könnte das wenn er ne anwendung starten soll erstmal ne stunden lange pause macht bevor er dann alle befehle auf einmal innerhalb wenige sekunden macht.
Literatur, ja, ich hab einfach mal bei einer großen Firma gefragt ob die ein paar doku cd’s über haben, da sagte man mir eigentlich nicht. Nach dem Verlassen des Gebäude entdeckte ich in meiner Tasche ein sammlung von 12 cd’s inklusive aix 4.5 ^^